Eine neue Analyse der Kollisionsdaten des Verkehrsministeriums aus 25 Jahren durch den Versicherer Ageas zeigt, dass Kollisionen auf Landstraßen im Laufe des Sommers stetig zunehmen, bevor sie im August ihren Höhepunkt erreichen, wenn 38,1 Prozent aller gemeldeten Straßenunfälle auf Landstraßen passieren.
Für Biker ist das eine Statistik, die es wert ist, beachtet zu werden. Viele von uns verbringen ihre Wochenenden auf Landstraßen, aber dort haben Fehler auch die größten Folgen. Der Analyse zufolge ist die Wahrscheinlichkeit tödlicher Unfälle auf Landstraßen fast zehnmal höher als in städtischen Gebieten, auch schwere Verletzungen kommen deutlich häufiger vor.
Die Zahlen spiegeln die jährliche Sommermigration aus Städten wider, wenn Urlauber Strände, Nationalparks und beliebte Touristenziele ansteuern. Das bedeutet, dass es auf schmalen Bundesstraßen mehr unbekannte Fahrer gibt, dass mehr Verkehr die Mittellinie kreuzt und dass mehr Fahrzeuge unerwartet langsamer werden, um eine Abzweigung zu finden oder die Aussicht zu genießen.
Jonathan Price, Geschäftsführer des Direktgeschäfts von Ageas, sagte, dass viele Autofahrer die Herausforderung des Fahrens auf dem Land unterschätzen, da Navigationsgeräte den Verkehr häufig von verstopften Hauptstraßen auf enge Landstraßen umleiten.

Während ruhigere Straßen weniger einschüchternd wirken können als stark befahrene Stadtstraßen, gibt es auf ihnen oft höhere Geschwindigkeitsbegrenzungen, unübersichtliche Kurven, versteckte Kreuzungen und sehr wenig Erholungsspielraum, falls etwas schief geht.
Für Motorradfahrer sind die Risiken jedoch noch nicht alles. Landstraßen sind außerdem eher mit losem Kies, von Landmaschinen aufgewirbeltem Schlamm, heruntergefallenen Ästen und im Schatten versteckten Schlaglöchern übersät. Wenn man Radfahrer, Reiter, Wanderer und langsam fahrende landwirtschaftliche Fahrzeuge hinzuzählt, ist leicht zu erkennen, warum das Reiten auf dem Land eine andere Denkweise erfordert.

Ageas fordert die Verkehrsteilnehmer auf, Landstraßen mit mehr Respekt zu behandeln, indem sie sich an das halten, was sie sehen können, und nicht an die angegebene Geschwindigkeitsbegrenzung, gefährdete Verkehrsteilnehmer in unübersichtlichen Kurven vorhersehen und mehr Zeit für Fahrten einplanen, anstatt unbekannte Strecken zu befahren.
Der Rat ist nicht bahnbrechend, aber das Timing schon. Da im August traditionell der Anteil der Unfälle auf Landstraßen am höchsten ist, ist dies eine rechtzeitige Erinnerung daran, dass die Straßen, die viele Fahrer am liebsten genießen, statistisch gesehen auch zu den am wenigsten verzeihenden Straßen gehören.