Patentanmeldungen und Spionagebilder haben gezeigt, dass Moto Guzzi im Begriff ist, von einer seiner ältesten Traditionen abzuweichen, wobei das Trip 500 immer mehr danach aussieht, als würde es sich um ein Parallel-Zweizylinder-A2-Motorrad handeln.
Guzzi stellte seine heute markentypische Motorkonfiguration erstmals 1967 vor, wobei der von Giulio Vesare Carcano entworfene quer eingebaute V-Twin zum Aushängeschild des Noale-Werks wurde.
Das neue Motorrad, das voraussichtlich das etwas merkwürdige Namensschild „The Trip 500“ tragen wird, scheint diesen legendären V-Twin durch den flüssigkeitsgekühlten 457-cm³-Paralleltwin der Piaggio-Gruppe zu ersetzen, den gleichen A2-Führerschein-freundlichen Motor, der derzeit die Aprilia RS 457 und Tuono 457 antreibt. Mit einer Leistung von rund 47 PS würde es Moto Guzzi den Einstieg in das immer wichtiger werdende Segment der leichten Naked Bikes ermöglichen, ohne dass die Kosten für die Entwicklung eines völlig neuen Motors anfallen würden Kratzer.

Neue Patentanmeldungen sowohl für den Namen „The Trip 500“ als auch für den italienischsprachigen Namen „Il Viaggio Cinquecento“ sowie kürzlich aktualisierte Erlkönigbilder deuten darauf hin, dass das Projekt nun der Produktion näher rückt. Während der Motor direkt aus dem Ersatzteillager von Aprilia stammt, scheint das Fahrwerk einzigartig zu sein: Ein Stahlrohrrahmen ersetzt das Aluminium-Setup und das Design der RS 457, das stark an die V7 angelehnt ist, komplett mit einem klassischen runden Scheinwerfer und einer aufrechten Sitzposition.
Für viele Guzzi-Fans wird der Verzicht auf den quer liegenden V-Twin schwer zu akzeptieren sein, aber der Schritt ist wirtschaftlich sinnvoll. Leichte A2-Motorräder haben sich zu einem der am schnellsten wachsenden Sektoren in Europa entwickelt, während Märkte wie Indien und Südostasien weiterhin nach kleineren, erschwinglicheren Maschinen verlangen. Durch den Aufbau des Motorrads auf der Grundlage einer vorhandenen Motorplattform kann Moto Guzzi auch mit Konkurrenten wie der Speed 400 von Triumph und der 390 Duke von KTM konkurrieren, ohne das Rad neu erfinden zu müssen.