Mercedes-Benz: Bis zu vollautonom fahrenden Autos sind es noch 40 bis 50 Jahre

Mercedes-Ingenieure: Erwarten Sie nicht, dass das sagenumwobene autonome Fahren der Stufe 5 in naher Zukunft zu sehen sein wird


Ingenieure, die bei Mercedes-Benz selbstfahrende Autos entwickeln, sagen, dass es bis zur Markteinführung völlig autonomer Fahrzeuge noch „40 oder 50“ Jahre dauern werde.

Sie beziehen sich auf die sagenumwobene Autonomie der SAE-Stufe 5, bei der ein Passagier ohne jegliches Zutun in das Fahrzeug einsteigen kann – und von diesem zu seinem Ziel gefahren wird. Ingenieure von Herstellern und Unternehmen auf der ganzen Welt liefern sich ein Wettrennen um die Entwicklung des ersten Fahrzeugs, das diese Aufgabe sicher erfüllen kann.

Doch bis dahin ist es noch länger hin, als viele Experten glauben machen wollen, sagt Matthias Kaiser, leitender Ingenieur für automatisiertes Fahren bei Mercedes-Benz.

„(Vollautonomie der Stufe 5) wäre das Endziel, aber ich denke, es wird definitiv noch einige Jahrzehnte dauern, bis wir Level-5-Autos für Kunden auf den echten Straßen sehen, wie in einem Serienfahrzeug.“

„Der Grund dafür ist auch die Definition von Level 5, denn Level 5 bedeutet, dass ich zum Beispiel in Stuttgart in mein Auto steigen und über Nacht nach Madrid in Spanien fahren kann, nur indem ich den Knopf drücke. Und das Auto braucht mich nicht, es kann jede Situation alleine bewältigen. Das bedeutet zum Beispiel Schnee, Regen und alle anderen Bedingungen. Und natürlich muss das Auto das sicher machen … also denke ich, dass das noch ein paar Jahre so bleiben wird.“

Kaiser schätzt, dass es „ungefähr 40 bis 50 Jahre“ dauern werde, bis die autonome Technologie diesen Punkt erreiche.

Mercedes-Benz-Ingenieure sagten, dass autonomes Fahren auf SAE-Level 3 – bei dem ein Auto freihändig auf der Autobahn fahren kann – auf dem Weg nach Australien sei. In einigen Ländern ist es bereits legal, beispielsweise auf deutschen Autobahnen und in Kalifornien, USA, wo es auf maximal 40 mph (64 km/h) beschränkt ist und nur tagsüber genutzt werden darf. Mercedes-Benz erwartet, dass die Technologie bis Ende dieses Jahrzehnts für bis zu 130 km/h bereit ist.

Jochen Haab, Manager für Feldvalidierung, Testtechnologie und Kommunikation von Fahrerassistenzsystemen bei Mercedes-Benz, sagte, dass vor der Einführung einer neuen Technologie oder Funktion in einem bestimmten Markt, wie zum Beispiel autonomes Fahren der Stufe 3 in Australien, viele Faktoren berücksichtigt werden müssten.

Haab sagte, die Technologie werde derzeit auf Australiens Straßen getestet.