Als Honda den GB350S in Europa auf den Markt brachte, war einer der größten Kritikpunkte nicht das Design, die Verarbeitungsqualität oder der Charme. Es war der Motor. Während der entspannte 348-cm³-Single viele Fans gewann, darunter auch uns, herrschte immer das Gefühl, dass das Motorrad für schnellere europäische Straßen etwas mehr Schub verdient hätte.
Jetzt könnte Honda endlich die Antwort haben, denn der indische Zweig der japanischen Marke hat in Indien eine völlig neue Retro-CB500 vorgestellt, die von einem brandneuen luft- und ölgekühlten Einzylindermotor mit 501 cm³ Hubraum angetrieben wird. Auf dem Papier ist es vorerst nur eine Markteinführung in Indien, aber da Honda den Namen GB500S bereits in mehreren Märkten, darunter auch in Europa, als Markenzeichen eingetragen hat, bedarf es nicht viel Fantasie, um zu erkennen, wohin diese Geschichte führen könnte.
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Im Gegensatz zum bekannten 471-cm³-Paralleltwin der CB500 Hornet, NX500 und CL500 handelt es sich hierbei um einen völlig neuen Motor, der auf entspanntes, drehmomentstarkes Fahren ausgelegt ist. Es leistet angeblich 27 PS und 43,3 Nm, und auch wenn diese Zahlen Sportmotorradfahrer nicht begeistern werden, geht das am Kern der Sache vorbei. Dies ist ein moderner Langhub-Single, der sich direkt an Fahrer richtet, denen Charakter wichtiger ist als absolute Leistung.
Optisch sind die Ähnlichkeiten zum GB350S nicht zu übersehen. Sie erhalten die gleichen klassischen Proportionen, einen tropfenförmigen Tank, einen runden LED-Scheinwerfer, zwei Stoßdämpfer hinten und Gabelmanschetten vorne. Sogar das hübsche Einzelzifferblatt-Display sieht im Wesentlichen genauso aus wie bei der indischen CB350, die auch als The H’Ness bekannt ist. Der Unterschied besteht darin, dass alles vergrößert wurde, was dem Motorrad etwas mehr Straßenpräsenz verleiht und gleichzeitig das zurückhaltende Design beibehält, das die GB350S so attraktiv macht.
Nachdem ich die GB350S letztes Jahr gefahren war, wurde klar, dass es ihr nie an Persönlichkeit mangelte. Stattdessen mangelte es ihm an müheloser Autobahnperformance. Der 500-cm³-Motor scheint genau das zu erreichen, denn er bringt fast 45 Prozent mehr Drehmoment als das kleinere Motorrad und behält dabei den gleichen lockeren Charakter bei.
Wird ein Honda GB500S nach Großbritannien und Europa reisen?

Honda sagt es sicherlich nicht, aber es gibt genügend Brotkrümel, die darauf hindeuten, dass diese Geschichte möglicherweise nicht in Indien endet. Wir haben Honda UK um einen Kommentar gebeten, obwohl ich die bekannte Antwort erwarte: „Honda Motorcycles äußert sich nicht zur Möglichkeit zukünftiger Modelle.“ Das ist im Wesentlichen das, was mir das Unternehmen gesagt hat, als ich gefragt habe, ob der GB350S es nach Großbritannien schaffen würde, und wir alle wissen, wie das ausgegangen ist. Ich werde diesen Artikel aktualisieren, wenn Honda antwortet.
*Edit: Honda UK hat mit einem Kommentar zurückgemeldet, der lautet: „Wir haben im Moment keinen Kommentar zu möglichen zukünftigen Ergänzungen zu unserem europäischen Angebot abzugeben.“ Ich hatte also zu 90 Prozent recht.
Die Marke GB500S wurde bereits angemeldet und die europäische GB350S hat den Namen GB als Hondas Retro-Marke außerhalb Asiens etabliert. Das hubraumstärkere Motorrad als GB500S statt als CB500 auf den Markt zu bringen, wäre absolut sinnvoll und würde es Honda ermöglichen, es von seiner bestehenden Familie von 500-cm³-Zweizylindermaschinen abzuheben.

Auch der Zeitpunkt passt: Honda sagt, dass die CB500 in Indien gebaut wird und die Markteinführung im Inland später in diesem Jahr erwartet wird. Wenn die Produktion reibungslos hochfährt und sich die Nachfrage als stark genug erweist, wäre eine europäische Vorstellung auf der EICMA 2027 ein logischer nächster Schritt. Dies könnte möglicherweise dazu führen, dass es ab Anfang 2028 bei britischen Händlern erhältlich sein wird.
Nichts ist bestätigt und es handelt sich dabei eher um fundierte Spekulationen als um Insiderinformationen. Aber Honda hat bereits mit der GB350S bewiesen, dass in Europa Appetit auf ehrliche, unkomplizierte Retro-Singles besteht. Der größte Kritikpunkt an diesem Motorrad war seine bescheidene Leistung und der Mangel an Autobahnkraft. Eine 500-cm³-Version scheint diese Beschwerde nahezu perfekt zu beantworten.