Die Haftstrafe für den britischen Motorradfahrer Craig Foreman hat sich Berichten zufolge verschärft, da der Fahrer aus East Sussex von den iranischen Behörden zu weiteren zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Die Verlängerung seiner Haftstrafe erfolgt zusätzlich zu der zehnjährigen Haftstrafe, die er und seine Frau Lindsay Anfang des Jahres erhalten hatten.
Das Paar, das auf einer Motorradreise durch den Iran in Richtung Australien festgenommen wurde, wurde im Februar 2026 nach mehr als einem Jahr Haft wegen Spionagevorwürfen verurteilt. Beide haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe konsequent zurückgewiesen, während ihre Familie, Unterstützer und internationale Menschenrechtsgruppen den Fall als politisch motiviert bezeichneten.
Nach Angaben des Sprechers der Familie wurde Craig während eines Treffens mit seinem Anwalt über die zusätzliche Strafe informiert. Stattdessen wurde er Berichten zufolge einem Richter vorgeführt und ihm wurde mitgeteilt, dass ihm weitere zwei Jahre Gefängnis auferlegt worden seien, weil er während seiner Haft mit Medienkanälen gesprochen hatte. Die Familie behauptet, dass ihm vor der Entscheidung weder ein Rechtsbeistand noch Übersetzungsdienste zur Verfügung gestellt wurden oder er die Möglichkeit hatte, sich zu verteidigen.

Craig und Lindsay Foreman wurden im Januar 2025 festgenommen, nachdem sie im Rahmen einer Motorradreise um die Welt aus Armenien in den Iran eingereist waren. Das Paar war mit gültigen Visa, einer genehmigten Reiseroute und einem lokalen Führer unterwegs gewesen, als es das Land auf dem Weg nach Pakistan und schließlich Australien durchquerte. Ihre Festnahme löste bei den Überland- und Motorradreisenden große Aufregung aus, nicht zuletzt, weil viele Motorradfahrer den Iran traditionell als eines der einladenderen Reiseziele auf der historischen Europa-Asien-Route ansehen.

Seit ihrer Inhaftierung sind die beiden zu einem der bekanntesten Beispiele dafür geworden, was Kritiker als den Einsatz ausländischer Staatsangehöriger durch den Iran als diplomatisches Druckmittel bezeichnen. Experten der Vereinten Nationen bezeichneten die Inhaftierung des Paares kürzlich als eine Form „staatlicher Geiselnahme zum Zwecke der politischen Einflussnahme“ und forderten die Aufhebung der Verurteilungen, wobei sie Bedenken hinsichtlich eines ordnungsgemäßen Verfahrens, einer rechtlichen Vertretung und des Fehlens von während des Prozesses vorgelegten Beweisen anführten.
Die Sorgen der Familie konzentrierten sich auch auf die Bedingungen im Teheraner Evin-Gefängnis, wo das Paar getrennt festgehalten wird. Berichten zufolge traten beide Anfang des Jahres in einen Hungerstreik, nachdem Berufungsverfahren gegen ihre Verurteilungen gescheitert waren und die Kommunikation mit Verwandten im Vereinigten Königreich eingeschränkt war.
Für die Motorradwelt bleibt die Geschichte eine ernüchternde Erinnerung an die Risiken, die mit internationalen Überlandreisen verbunden sind, insbesondere durch Länder, in denen die diplomatischen Beziehungen zum Vereinigten Königreich nach wie vor angespannt sind.