Das Europäische Parlament verfügt nun über eine offizielle Gruppe, die sich den Motorrädern widmet. In Brüssel wird ein neuer parteiübergreifender Motorrad-Abgeordnetenclub gegründet, da die Branche versucht, ihren Einfluss auf künftige Verkehrsgesetze zu stärken.
Die neue Gruppe wurde am 1. Juli offiziell gegründet und vereint Mitglieder des Europäischen Parlaments aus dem gesamten politischen Spektrum mit dem Ziel, sicherzustellen, dass Motorräder, Motorroller und Mopeds weiterhin berücksichtigt werden, wenn neue Mobilitäts-, Umwelt- und Verkehrssicherheitsrichtlinien entwickelt werden.
Der Club wählte Andreas Glück zu seinem ersten Vorsitzenden, wobei Matej Tonin, Bernd Lange und Nora Junco als stellvertretende Vorsitzende fungierten.
Anlässlich des Starts nahmen die Mitglieder an der jährlichen Sommerfahrt des Europäischen Verbands der Motorradhersteller (ACEM) teil und absolvierten eine 50 km lange Strecke durch und um Brüssel, bevor sie an einem Abendempfang teilnahmen.
Die Veranstaltung markierte auch den ersten öffentlichen Auftritt von Markus Flasch in seiner neuen Rolle als ACEM-Präsident, den er nach der Generalversammlung des Verbandes in München übernommen hatte.

Während die Fahrt selbst weitgehend symbolischen Charakter hatte, könnte sich die Gründung des Motorcycling MEP Club als bedeutsam erweisen. In den letzten Jahren hat die Europäische Union Gesetze eingeführt oder vorgeschlagen, die alles von Emissionen und recycelten Materialien bis hin zu Fahrzeugsicherheit, Batterievorschriften und dem Recycling von Altfahrzeugen abdecken. Da es eine spezielle Gruppe von Europaabgeordneten gibt, die sich speziell auf motorisierte Zweiräder konzentriert, haben sowohl Hersteller als auch Fahrer einen direkteren Zugang zu Diskussionen, bevor diese Richtlinien in Kraft treten.

Wim Taal, Generalsekretär der FEMA, sagte über den neuen Club:
„Die FEMA begrüßt den Club als offenen Kanal, um mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments darüber zu sprechen, wie politische, ökologische und technologische Veränderungen die Mobilität verändern. Sowohl für FEMA als auch für FIM sollte der Motorcycling MEP Club weniger als Lobbyziel, sondern vielmehr als Plattform für langfristige Beziehungen betrachtet werden. Es bietet eine Möglichkeit, gruppenübergreifend ein Verständnis für das Motorradfahren aufzubauen, bevor Gesetzesvorschläge politisch verankert werden. Die FEMA bringt die Perspektive von Alltagsfahrern und der öffentlichen Ordnung ein, während die FIM den Motorradsport vertritt und über technisches Fachwissen und eine globale Reichweite verfügt. Gemeinsam können wir Motorradfahren als umfassendes gesellschaftliches Thema und nicht als Nischeninteresse darstellen.”
Für Fahrer im Vereinigten Königreich hat der Club keinen direkten Einfluss auf die nationale Gesetzgebung. Allerdings werden viele der in Europa entwickelten technischen und ökologischen Standards schließlich auch von den Herstellern übernommen, sodass in Brüssel getroffene Entscheidungen oft Auswirkungen weit über die Grenzen der EU hinaus haben.