Es zeichnet sich ein neues elektrisches Enduro-Bike ab, und wenn die Zahlen des niederländischen Start-up-Unternehmens Radian auch nur annähernd der Realität entsprechen, könnte das ohnehin schon verrückte Stark Varg EX endlich echte Konkurrenz bekommen.
Die neue Maschine mit dem Namen Radian EXR wurde vor der geplanten Markteinführung im vierten Quartal 2027 vorgestellt und übertrifft den Stark zumindest auf dem Papier in nahezu jeder messbaren Hinsicht. Mehr Leistung, größere Batterieoptionen, schnelleres „Auftanken“ und ein angeblich renntaugliches Setup, das sich direkt an Fahrer richtet, die immer noch der Meinung sind, dass elektrische Offroad-Bikes nicht für den richtigen Wettkampfeinsatz geeignet sind.
Und die große Schlagzeile hier ist eigentlich nicht der 70-PS-Motor. Es ist die Batterie.
Während der Stark Varg EX abhängig von der Stromquelle darauf angewiesen ist, ihn anzuschließen und zwischen einer und zwei Stunden auf das Aufladen zu warten, ist das neue InfiniPack-Setup des Radian auf einen schnellen Batteriewechsel ausgelegt. Radian behauptet, dass der gebogene Akku in weniger als 30 Sekunden ohne Werkzeug entfernt und ausgetauscht werden kann, wodurch eine der größten Beschwerden, die Fahrer immer noch über elektrische Offroad-Fahrräder haben, effektiv umgangen wird.

Für den Rennsport ist das möglicherweise ein riesiger Deal, insbesondere für längere Enduros und Rallye-Veranstaltungen, bei denen Ausfallzeiten beim Laden jeden Wettbewerbsvorteil gegenüber Benzinmotorrädern zunichtemachen können. Der Nachteil ist, dass Sie einen Kumpel in einem Transporter haben müssen, der Sie mit einem Haufen fahrbereiter Batterien auf der Rückbank begleitet, während Elektrofahrzeuge immer noch ihre Grenzen haben, wie es scheint.

Auch das Datenblatt selbst ist ziemlich aussagekräftig: Laut Radian leistet der EXR 70 PS und 1.060 Nm (781 lb ft) Drehmoment am Hinterrad, während er mit eingebauter größerer 8,6-kWh-Endurance-Batterie 125 kg wiegt. Ein kleineres Sprint-Paket mit 5,8 kWh reduziert das angegebene Gewicht auf 113 kg.

Zum Vergleich: Der Stark Varg EX Alpha treibt die PS-Leistung sogar noch weiter an: In der Alpha-Version stehen bis zu 80 PS zur Verfügung (in der Standardversion stehen 60 PS zur Verfügung), er verfügt jedoch je nach Ausstattung über eine kleinere 6,5- bis 7,2-kWh-Batterie und wiegt etwa 118-120 kg. Die Ladezeit wird über das am Ständer montierte Ladegerät immer noch mit unter zwei Stunden angegeben.
Während also die Starks immer noch den klaren Machtkrieg gewinnen, scheint sich Radian stattdessen stark auf die Lösung von Benutzerfreundlichkeit und Ausdauer konzentriert zu haben.

Die größere 8,6-kWh-Batterie soll zwischen 60 und 115 km (37 und 71 Meilen) Geländefahrten im Renntempo oder zwischen einer und sieben Stunden ermöglichen, je nachdem, wie stark Sie das Fun-Tube drehen. Ob diese Zahlen reale Tests überdauern, bleibt abzuwarten, denn selbst aktuelle Stark Varg-Besitzer diskutieren immer noch online über die tatsächlichen Reichweitenwerte, je nach Fahrstil und Gelände.
Wie der Stark verzichtet auch der EXR komplett auf das Getriebe. Der Motor dreht auf 14.000 U/min und ist über eine Smartphone-App vollständig abstimmbar, sodass der Fahrer die Leistungsabgabe und die Gasannahme für alles anpassen kann, von technisch anspruchsvollen Enduro-Fahrten bis hin zu weitläufigen Sandarbeiten.

Was das Chassis angeht, strebt Radian von Anfang an nach Premium, wobei der EXR einen Vollaluminiumrahmen erhält, der gleichzeitig als Kühlsystem dient. Anschließend erhält es eine KYB-Federung und Brembo-Bremsen. Limited Edition-Bikes der Founders Edition erhalten außerdem Haan-Laufräder mit Excel A60-Felgen.
Und dann sind da noch die seltsamen, aber cleveren Dinge.
Der EXR verfügt über einen integrierten „Smart Storage“, der in den Hilfsrahmen integriert ist und es dem Fahrer ermöglicht, Werkzeuge, Ersatzteile oder sogar ein Bordladegerät im Fahrrad selbst zu transportieren, anstatt einen Rucksack zu tragen. Radian sagt, dass es sogar 3D-Druckdateien veröffentlichen wird, damit Besitzer ihre eigenen Aufbewahrungseinsätze zu Hause herstellen können.

Optisch sieht es ausgefeilter aus als die meisten Einsteiger-Elektrofahrräder, die wir gesehen haben. Das Aluminiumgehäuse ist stolz zu sehen, die Karosserie ist schlank und modern und der LED-Scheinwerfer dient gleichzeitig als Ladeanzeige. Es gibt sogar ein integriertes Enduro-Zeitnehmungssystem, das in das Armaturenbrett integriert ist.
Der Preis beginnt bei 14.450 € und liegt damit über dem Preis der Standard- und Alpha-Version des Stark Varg EX. Die ersten Fahrräder werden voraussichtlich ab Ende 2027 in den Niederlanden, Belgien und Deutschland landen, bevor sie in ganz Europa expandieren.

Derzeit bleibt das Stark der Maßstab für Elektro-Enduros, einfach weil es bereits bei den Händlern erhältlich ist und die Leute wütend darauf fahren und es in Scharen kaufen. Aber Radians Idee des schnellen Batteriewechsels scheint eine der ersten wirklich neuen Lösungen für das Problem der Reichweite im Verhältnis zur Ladezeit zu sein, mit dem elektrische Offroad-Bikes immer noch konfrontiert sind.
Mehr über den Radian EXR erfahren Sie auf der offiziellen Website.