Die Welten von Zwei- und Vierrädern kreuzen sich regelmäßig, sei es im Hinblick auf Motorfortschritte, Materialdurchbrüche oder dank gemeinsamer Elektronik und Technologie.
Eine zweirädrige Konstante, die von Autodesignern jedoch selten angesprochen zu werden scheint, ist die Sitzposition, die wir einnehmen, wenn wir auf einem Fahrrad sitzen. Das könnte sich bald ändern.
Sanrivatti ist ein junger Supersportwagenhersteller unter der Leitung von Santiago Sánchez. Seine erste Maschine, die noch nicht öffentlich zu sehen ist, wird die sogenannte „Apex-Position“ des Herstellers vorstellen, bei der der Fahrer im Auto so „sitzt“, als säße er auf einem Sportmotorrad.
Laut Sanrivatti ist der Gedanke hinter diesem ungewöhnlichen Ansatz einfach: Moderne Hypercars sind unglaublich schnell geworden, haben dabei aber einen Teil der Verbindung zwischen Fahrer und Maschine verloren. Das niederländische Startup ist davon überzeugt, dass die Lösung nicht darin besteht, nach mehr Leistung oder größeren aerodynamischen Verbesserungen zu streben, sondern darin, zu überdenken, wo (und wie) der Fahrer im Auto sitzt.

Die von Motorrädern inspirierte Apex-Position bringt den Fahrer weiter nach vorne, näher an die Vorderachse, mit einer kopfüber gerichteteren Haltung als bei einem herkömmlichen Supersportwagen. Nach Angaben des Unternehmens verbessert dies die Sicht in Kurven, erleichtert die genaue Platzierung des Fahrzeugs und ermöglicht es dem Fahrer, besser zu spüren, was das Chassis unter ihm tut. Ein offensichtlicher Nachteil besteht darin, dass der Fahrer dadurch viel näher an einen Frontaufprall herankommt – aber ich bin mir sicher, dass Herr Sánchez bereits darüber nachgedacht hat.
Das ist eine kühne Behauptung, die bis zur Markteinführung des Autos unbewiesen bleibt. Die Idee dahinter ist jedoch, den Menschen in den Mittelpunkt des Designs zu stellen, anstatt das Cockpit als etwas zu betrachten, das um den Antriebsstrang herum verpackt ist. Wenn es Sanrivatti gelingt, dass es funktioniert, ohne Kompromisse bei Komfort oder Sicherheit einzugehen, könnte es in einem Segment, in dem absolute Leistung nicht mehr ausreicht, um hervorzustechen, etwas wirklich anderes bieten.