Porsche ist davon überzeugt, dass sein sportlicher Mittelklasse-SUV „in jeder Hinsicht viel besser ist als das Verbrennerauto“, aber die Marktnachfrage nach Luxus-Elektrofahrzeugen und deren Wiederverkauf sind fraglich
Der mittelgroße SUV Macan ist seit langem der Bestseller von Porsche in Australien und weltweit, doch ein mutiger Wechsel zu einer rein elektrischen neuen Generation gefährdet seine Position.
Der Luxus-SUV ist hier gerade in den Ausstattungsvarianten Macan 4 und Macan Turbo auf den Markt gekommen 134.400 $ Und 184.400 $ (plus auf der Straße) bzw. Ein Macan RWD (128.400 US-Dollar) und ein Macan 4S (149.300 US-Dollar) der Einstiegsklasse werden Anfang 2025 in die Produktpalette aufgenommen.
Im vergangenen Jahr machte der Macan etwa die Hälfte aller Porsche-Verkäufe aus (er übertraf den 911 um mehr als fünf zu eins), was dazu beitrug, dass er mit Abstand das günstigste Modell in der Produktpalette der deutschen Marke war.
Nicht mehr. Der bisherige Macan 2.0L-Benziner kostet ab 95.100 US-Dollar, der Einstiegspreis für den neuen Macan EV liegt jedoch über 30.000 US-Dollar höher. Der gesunde Menschenverstand und die Markttrends deuten darauf hin, dass dieser weniger erreichbare Preis und der Rückgang der Verkäufe von Luxus-Elektrofahrzeugen ein schwieriges Verkaufsumfeld für das neue Auto darstellen werden.
Der Taycan von Porsche – sein anderes rein elektrisches Modell – musste in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 weltweit einen Umsatzrückgang von 50 Prozent hinnehmen. Im gleichen Zeitraum gingen die Verkäufe in Australien um 37 Prozent zurück.
Positives Denken
Der Vizepräsident der Macan-Produktlinie, Jörg Kerner, sagte gegenüber australischen Medien: „Wir sind in jedem Punkt viel besser als das Verbrennerauto“, sagte er über den neuen Macan EV.

„Ich denke, dass es ein Bestseller wird, weil es meiner Meinung nach das beste und sportlichste Auto in diesem Segment ist“, fuhr er fort.
Der höhere Preis ist ein entscheidender Punkt, in dem das neue Elektrofahrzeug hinter dem Macan mit Verbrennungsmotor zurückbleibt. Porsche-Sprecher in Deutschland bestanden jedoch darauf, dass ein günstigerer Macan mit kleinerer Batterie nicht in Frage käme, um die Kosten zu senken.
Jeder Macan EV verfügt über sehr große (und schwere) 100-kWh-Akkus. Dies führt zu einer beeindruckenden Driving Range. Die RWD-Version bietet eine Reichweite von 654 km zwischen den Ladevorgängen, während selbst der Turbo mit höherem Energieverbrauch 616 km bietet.

Dank 800-Volt-Architektur und einer Ladeleistung von bis zu 270 kW überzeugen auch die Ladegeschwindigkeiten. Unter idealen ultraschnellen Gleichstromladebedingungen lädt sich die Batterie in 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent auf, wodurch alle vier Minuten eine Reichweite von etwa 100 km erreicht wird.
„Man kann das Einstiegsmodell (Macan EV) nicht mit dem Einstiegsmodell mit Verbrennungsmotor vergleichen“, sagte Ben Weinberger, Porsche-Sprecher für Macan und Cayenne. „In Bezug auf Technologie und Leistung ist das ein ganz anderes Niveau“, antwortete er auf die höheren Preise.
Könnte der benzinbetriebene Macan weiterleben?
Letzten Monat gab es Berichte Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke teilte den Investoren mit, dass Macans mit Verbrennungsmotor (und bald auch die reinen Elektro-Modelle 718 Cayman/Boxster) möglicherweise länger als bisher angenommen weitermachen könnten, selbst wenn ihre reine Elektro-Plattform an Verbrennungsantriebe angepasst wurde.

Mit der gleichen Frage an Herrn Weinberger entlarvte er den letztgenannten Punkt. „Im Macan ist das derzeit weder möglich noch geplant“, sagte er. „Das ist, sagen wir mal, nicht möglich, vor allem nicht mit diesem Auto. „Das wurde von Grund auf als Elektroauto entwickelt.“
Er betonte, dass der größere Cayenne-SUV weiterhin eine Alternative mit Verbrennungsmotor sei und zeigte, dass Porsche weiterhin eine Vielzahl von Fahrzeugen in Verbrennungs-, Hybrid- und rein elektrischen Formen anbiete.
Aber wann genau wird die Produktion des Macan mit Verbrennungsmotoren eingestellt? Australier können keinen Benzin-Macan mehr bestellen und müssen sich auf die aktuellen Händlerbestände verlassen, wenn sie einen ergattern möchten.

Doch im Ausland sieht es anders aus. Auf die Frage, wann Macans mit Kolbenantrieb nicht mehr vom Band laufen würden, antwortete Herr Weinberger: „Wir sind je nach Kundenwunsch einigermaßen flexibel, äußern uns aber nicht zu genauen Zeitplänen.“
„Wir haben die Flexibilität in unserem Porsche-Werk in Leipzig, wo beide (Macan-)Modelle gebaut werden, und können beide Versionen bauen.“
Angesichts der derzeit stürmischen Nachfrage und Verkäufe von Luxus-Elektrofahrzeugen scheint diese Absicherung der Wetten zwischen Verbrennungs- und Elektro-Macans ein kluger Schachzug von Porsche zu sein.
Es wird sehr interessant sein zu beobachten, wie lange die Produktionslinie für den Macan mit Verbrennungsmotor noch in Betrieb bleibt, und auch, ob sich die Situation für den australischen Markt ändern wird.