Die Idee eines intelligenten Helms ist nicht neu. Wir haben im Laufe der Jahre alles gesehen, von eingebauten Kameras und Head-up-Displays bis hin zu Unfallerkennung und Bluetooth-Systemen. Doch trotz vieler Versprechungen scheinen die meisten Fahrer immer noch zufrieden mit einem guten Helm und einer an der Seite befestigten Kommunikationseinheit zu sein. Polaris scheint jedoch etwas Ehrgeizigeres im Sinn zu haben.
Eine neu veröffentlichte Patentanmeldung des amerikanischen Powersport-Riesen beschreibt einen Helm, der direkt mit einem Fahrzeug kommunizieren und gleichzeitig den Zustand des Fahrers überwachen kann. Und während sich ein Großteil der Berichterstattung bisher auf die Technologie selbst konzentrierte, ist die interessantere Frage, was Polaris letztendlich mit den gesammelten Informationen anfangen könnte.
Dem Patent zufolge könnten Sensoren im Helm verwendet werden, um Indikatoren im Zusammenhang mit Ermüdung, Ablenkung oder Beeinträchtigung des Fahrers zu verfolgen. Der Helm kommuniziert dann mit dem Fahrzeug und ermöglicht die Ausgabe von Warnungen, wenn das System feststellt, dass sich der Zustand des Fahrers verschlechtert.
Auf den ersten Blick klingt das nach einer logischen Erweiterung der Sicherheitstechnik, die bereits in modernen Motorrädern zu finden ist. Die Hersteller haben im letzten Jahrzehnt immer ausgefeiltere Fahrhilfen eingebaut, von schräglagenempfindlichem ABS und Traktionskontrolle bis hin zu Radar-unterstütztem Tempomat und Überwachung des toten Winkels.
Der Unterschied besteht darin, dass diese Systeme das Motorrad überwachen. Polaris scheint eine Technologie zu erforschen, die den Fahrer überwacht.
Und dann wird es interessant – oder gruselig, je nachdem, aus welcher Perspektive man es betrachtet!
Das Patent deutet auf eine Zukunft hin, in der Fahrrad, Helm und Fahrer effektiv Teil desselben verbundenen Systems werden. Anstatt darauf zu warten, dass ein Fehler passiert, könnte die Technologie möglicherweise die Warnzeichen im Voraus erkennen und den Fahrer dazu auffordern, anzuhalten, sich auszuruhen oder Maßnahmen zu ergreifen. Und das ist nur der Anfang. Sollte es diese Art von Technologie tatsächlich jemals in die Produktion und weite Verbreitung schaffen, könnte sie in den folgenden Jahren sogar noch weiter voranschreiten.

Stellen Sie sich die Szene vor: Ein Kröte mit trüben Augen tritt von seiner Haustür auf sein Fahrrad zu, um am frühen Morgen zu Besprechungen in den großen Rauch zu pendeln. Als ich meinen Arai Mind Reader 3000 Mk III auf meinem Wagen platziere, geht die integrierte Elektronik davon aus, dass ich zu müde bin, um sicher zu fahren. Der Helm und das Fahrrad unterhalten sich und sperren die Zündung des Fahrrads, sodass ich nicht zu meinem Chef fahren kann.
Die Enttäuschung auf dem Gesicht von imaginary-Toad ist spürbar.
Das ist sicher eine weit hergeholte Geschichte. Allerdings ist es nicht ganz von dieser Welt. Aber die größere Frage ist, ob Motorradfahrer dieses Ausmaß an Eingriffen begrüßen würden.
Ich denke nicht.
Fahrerüberwachungssysteme werden in der Automobilwelt immer häufiger eingesetzt, wobei Kameras und Sensoren alles von der Augenbewegung bis zur Aufmerksamkeit des Fahrers verfolgen. Motorradfahrer waren traditionell weniger begeistert von Technologien, die der Person hinter dem Lenker scheinbar die Kontrolle entzogen.

Das heißt nicht, dass sich die Idee nicht durchsetzen wird. Traktionskontrolle, Kurven-ABS und elektronische Fahrerassistenzsysteme stießen alle auf Widerstand, als sie zum ersten Mal auf den Markt kamen, doch mittlerweile gehören sie bei vielen Motorrädern zur Standardausrüstung, und die meisten Fahrer denken nicht weiter darüber nach.
Bedenken Sie auch, dass eine Patentanmeldung keine Garantie für die Produktion ist. Hersteller melden Hunderte von Patenten an, die nie bei den Händlern ankommen, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass Polaris sich darauf vorbereitet, in absehbarer Zeit einen verbraucherreifen Smart-Helm auf den Markt zu bringen.
Dennoch bietet die Einreichung einen interessanten Einblick in die Sicht der Hersteller auf die zukünftige Entwicklung der Fahrersicherheit.
Der nächste große Schritt ist möglicherweise kein Motorrad, das weiß, was die Reifen tun. Es könnte auch ein Motorrad sein, das weiß, was der Fahrer tut.