Technische Entwicklungen, Fortschritte in der Aerodynamik – was auch immer, mindestens eine MotoGP-Marke hat es geschafft, als erste ihrer Art etwas herzustellen. Yamahas Umstellung von seinem berühmten Crossplane-Reihenvierzylindermotor auf den V4, der dank Ducati derzeit König ist, steht offenbar kurz vor dem Abschluss und stellt zweifellos eine der größten Veränderungen dar, die wir seit langem im Rennsport erlebt haben.
Yamaha setzte viele Jahre lang gemeinsam mit Suzuki einen Reihenvierzylindermotor ein und beide Marken waren zeitweise sehr erfolgreich. Suzuki gewann die von Covid-19 betroffene Weltmeisterschaft 2020 in den Händen von Joan Mir, bevor Fabio Quartararo Yamaha 2021 zum Titel führte.
Aber Suzuki zog sich 2022 aus der MotoGP zurück, und Yamaha ist so weit zurückgefallen, dass es jetzt Mühe hat, um Top-Ten-Ergebnisse zu kämpfen. Das hat Yamaha zu Veränderungen gezwungen, und obwohl einige der geänderten Teile am Motorrad kleiner waren als andere, hat das Unternehmen nun anscheinend seine Philosophie geändert, indem es den Reihenvierzylindermotor beiseite geschoben hat.
Ducati, Aprilia und KTM fahren alle mit V4-Motoren, und die drei Marken hatten in den letzten Saisons tendenziell einen deutlichen Vorteil gegenüber Yamaha, was teilweise allein an der Leistung und Höchstgeschwindigkeit des Motorrads lag. Mittlerweile bevorzugen die meisten Marken in der MotoGP den V4-Motor vor den neuen Regeln im Jahr 2027, und das könnte einer der Gründe sein, warum Yamaha seinen Namen in diese Liste einträgt.
Yamaha hat offen über die Änderung seines Motorkonzepts gesprochen, obwohl es nur sehr wenige Hinweise auf den V4 gab. Laut Autosport bestätigte Yamaha jedoch am vergangenen Wochenende beim Misano MotoGP, dass der Übergang zum V4 nicht nur im Gange sei, sondern auch schneller als erwartet vorangehe. Das letzte Mal, dass Yamaha einen V4-Motor bei Grand-Prix-Rennen einsetzte, war in den 1980er Jahren.
Der Bericht von Autosport besagt auch, dass Yamaha einen 1000-ccm-V4 auf die Strecke bringen möchte, bevor der Hubraum im Rahmen der Regeländerungen im Jahr 2027 auf 850 reduziert wird.