Ein mysteriöser Bürgerwehrmann namens „Batman“ ist in Mexiko zu einem ungewöhnlichen Volkshelden geworden, nachdem er angeblich mutmaßliche Motorraddiebe gejagt und sie an Laternenpfählen festgeklebt hatte.
Vergessen Sie das Batmobil, die Batarangs und die milliardenschweren Gadgets; Mexikos Antwort auf Batman scheint auf kaum mehr als Klebeband und einem Markierstift zu beruhen.
Die mysteriöse Bürgerwehr ist über Nacht zu einer Internet-Sensation geworden, nachdem sie angeblich mutmaßliche Motorraddiebe in der mexikanischen Stadt Lagos de Moreno aufgespürt und sie anschließend gedemütigt und an Laternenpfähle neben den Fahrrädern geklebt hat, die sie angeblich gestohlen hatten.

Im Laufe von etwa zehn Tagen wurden Berichten zufolge mindestens fünf mutmaßliche Diebe an Straßenpfähle gefesselt aufgefunden, einige trugen das spanische Wort „ratero“ (Dieb) auf der Stirn, komplett mit Cartoon-Schnurrbärten und Katzenschnurrhaaren. In mehreren Fällen wurden die geborgenen Motorräder direkt vor den Tatverdächtigen abgestellt, scheinbar als Beweis für ihre mutmaßlichen Verbrechen.
Der anonyme Verbrechensbekämpfer wurde in den sozialen Medien schnell „Batman von Lagos de Moreno“ getauft, wo viele Nutzer den maskierten Bürgerwehrmann dafür lobten, dass er getan hat, was die örtlichen Behörden ihrer Meinung nach angesichts der steigenden Motorraddiebstähle versäumt haben.
Die Behörden sind allerdings eher weniger begeistert.

Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, um den mysteriösen Mann zu identifizieren. Die Beamten haben bestätigt, dass die an den Stangen festgebundenen Personen als Opfer von Übergriffen behandelt werden, unabhängig davon, ob sie auch des Diebstahls verdächtigt werden. Staatssicherheitsminister Juan Pablo Hernández sagte, die Ermittler hätten bereits zwei Fahrzeuge mit den Vorfällen in Verbindung gebracht und versuchten, die Verantwortlichen ausfindig zu machen.
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Um der Geschichte noch eine weitere Wendung zu verleihen, haben die örtlichen Behörden Berichten zufolge bestätigt, dass zumindest einige der am Tatort geborgenen Motorräder bereits zuvor als gestohlen gemeldet worden waren. Dies beweist jedoch nicht, dass alle von der Bürgerwehr angegriffenen Personen der auf den darüber stehenden Schildern aufgeführten Straftaten schuldig waren.
Mexikos selbsternannter Dunkler Ritter bleibt vorerst auf freiem Fuß, während die Polizei weiterhin nach dem Mann sucht, der offenbar zu dem Schluss gekommen ist, dass der Gerechtigkeit im Fall von Motorraddieben am besten mit Klebeband statt mit Handschellen Genüge getan wird.