Australien hat neue Gesetze erlassen, die Tausende von unerfahrenen Motorradfahrern dazu verpflichten, zusätzliche Schutzausrüstung zu tragen, und Fahrschüler sind nun gesetzlich dazu verpflichtet, jedes Mal, wenn sie sich auf die Straße begeben, gut sichtbare Kleidung zu tragen.
Die neuen Regeln traten heute, am 1. Juli, im australischen Bundesstaat New South Wales (NSW) in Kraft und sind Teil der von der Regierung als größte Überarbeitung der Motorradsicherheit seit fast zwei Jahrzehnten bezeichneten Überarbeitung.
Gemäß den Änderungen müssen Fahrer mit Lernführerscheinen nun eine zugelassene Warnweste oder -jacke über ihrer Fahrausrüstung tragen, während sowohl Fahrschüler als auch Inhaber vorläufiger Führerscheine P1 und P2 außerdem Motorradhandschuhe tragen müssen, die der europäischen Sicherheitsnorm EN13594:2015 entsprechen.
Die Nichtbeachtung wird mit Strafen geahndet, wobei den Fahrern Geldstrafen und Minuspunkte drohen, wenn sie ohne die erforderliche Ausrüstung erwischt werden. Die Polizei kann Fahrer auch dazu auffordern, anhand der Konformitätsetiketten des Herstellers nachzuweisen, dass ihre Handschuhe und Warnkleidung den erforderlichen Standards entsprechen.

Nach Angaben der Regierung von New South Wales richtet sich die Maßnahme direkt an unerfahrene Fahrer, bei denen statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, in schwere Unfälle verwickelt zu sein, weitaus höher ist als bei voll lizenzierten Motorradfahrern. Beamte sagen, dass zugelassene Handschuhe Hand- und Handgelenksverletzungen bei einem Unfall erheblich reduzieren können, während gut sichtbare Kleidung die Sichtbarkeit des Fahrers verbessern und die Wahrscheinlichkeit verringern soll, dass andere Verkehrsteilnehmer Motorräder im Verkehr übersehen.
Die Reformen wurden erstmals im Mai im Anschluss an einen Runden Tisch zur Motorradsicherheit angekündigt, an dem Fahrer, Trainer, Branchenvertreter und Verkehrssicherheitsexperten teilnahmen. Neben den neuen Bekleidungsvorschriften hat sich der Staat im Rahmen eines umfassenderen Pakets von Sicherheitsmaßnahmen auch dazu verpflichtet, die Fahrerschulung und -ausbildung auszuweiten.

Obligatorische Schutzkleidung bleibt unter Fahrern ein umstrittenes Thema, und während in den meisten Ländern Helme gesetzlich vorgeschrieben sind, variieren die Anforderungen an Handschuhe, Stiefel und Warnkleidung weltweit stark.
Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit keine gesetzliche Verpflichtung für Fahrer, Warnkleidung zu tragen. Handschuhe, Jacken und Stiefel werden zwar empfohlen, sind aber nicht verpflichtend. Der jüngste Schritt Australiens wirft die Frage auf, ob ähnliche Gesetze jemals auf britischen Straßen Unterstützung finden könnten – oder ob die Fahrer hier sie als einen weiteren Schritt einer Regierung betrachten würden, die sich bereits zu sehr einmischt.