Anwohner und örtliche Bürgermeister im deutschen Aartal fordern strengere Maßnahmen gegen den Motorradverkehr entlang der B54, wobei Fahrradverbote am Wochenende auf dem Tisch liegen, da die Spannungen zwischen Radfahrern und Dorfbewohnern zunehmen.
Nach einem Bericht des deutschen Magazins Motorcycles.News haben die Bürgermeister von Michelbach und Burg-Hohenstein, Alexander Wolf und Volker Mink, in einer gemeinsamen Erklärung strengere Maßnahmen auf dem Straßenabschnitt durch die Region gefordert. Ihre Sorge konzentriert sich auf die ihrer Meinung nach anhaltende Verschlechterung der Sicherheit, des Lärmpegels und der Lebensqualität der Bewohner im Alltag.
Der Zeitpunkt ihres Eingreifens liegt in der Nähe der jährlichen Magic Bike-Veranstaltung im nahegelegenen Rüdesheim (4. bis 7. Juni), die der Region voraussichtlich einen deutlichen Anstieg des Motorradaufkommens bescheren wird. Die Bürgermeister argumentieren, dass die Situation entlang der B54 einen Bruchpunkt erreicht habe und dass sich etwas ändern müsse.

Im Mittelpunkt ihres Anliegens steht die Sicherheit. Die örtlichen Behörden berufen sich dabei auf Polizeidaten, die die B54 als gefährlichste Straße im Rheingau-Taunus-Kreis identifiziert haben. Sie verweisen auf aufgezeichnete Vorfälle extremer Geschwindigkeitsüberschreitungen, darunter einen Fall, bei dem ein Motorrad angeblich mit 166 km/h (103 mph) in einer 60 km/h (37 mph)-Zone gefahren wurde. Wolf und Mink argumentieren, dass ein solches Verhalten über einen einfachen Verkehrsverstoß hinausgehe und erklären, dass „der Verdacht des illegalen Autorennens daher auf dem Tisch liegt“.
Motorcycles.News berichtet, dass frühere Versuche, die Situation zu beruhigen, nach Angaben der Kommunen nur begrenzte Ergebnisse gebracht hätten. Rastplätze wurden geschlossen und gezielte Eingriffe eingeleitet, doch weder der Lärm noch die Geschwindigkeitsüberschreitungen seien nennenswert zurückgegangen, so die Behörden.
Da mildere Maßnahmen wirkungslos erscheinen, schlagen die Bürgermeister nun eine umstrittenere Lösung vor: eine Wochenendsperrung der B54 mit begrenzten Ausnahmen. Nach ihrem Plan könnten lokale Fahrer aus Aarbergen und Hohenstein weiterhin mit einem städtischen Vignettensystem auf die Strecke gelangen, während der Durchgangsverkehr für die Durchfahrt gesperrt würde.
Es handelt sich um einen Vorschlag, der bewusst eine Grenze zwischen lokalen Motorradfahrern und Gastfahrern zieht, wobei Wolf und Mink darauf bestehen, dass sie die in der Gegend ansässigen Fahrer nicht bestrafen wollen. Stattdessen argumentieren sie, dass die Last denjenigen zufallen sollte, die für den Großteil der Störungen verantwortlich sind.