Der Elektromotorradhersteller Zero Motorcycles hat das neue Lompico Concept vorgestellt und uns damit einen ersten Einblick in die Technologie-, Software- und Designrichtung gegeben, die die nächste Fahrradgeneration der Marke prägen wird.
Und während das Motorrad selbst wie ein kompaktes urbanes Naked Bike aussieht, das in Bezug auf Größe und Leistung irgendwo zwischen einer 400-cm³- und einer 500-cm³-Maschine liegt, ist die größere Geschichte hier, was unter der Karosserie vor sich geht.
Das Herzstück des Lompico ist das neue Cypher 4-Betriebssystem von Zero, das nach Angaben der amerikanischen Marke darauf ausgelegt ist, den künftigen Motorrädern intelligentere Konnektivität, vorausschauende Diagnose und eine umfassendere Anpassung zu ermöglichen. Über ein neu gestaltetes Onboard-Display und die obligatorische Begleit-App können Fahrer den Ladevorgang überwachen, Fahrmodi optimieren und Fahrraddaten verwalten.

Das Konzept verwendet eine 8,8-kWh-Batterie gepaart mit einem behaupteten 30-kW-Motor (ca. 40 PS) und liegt damit fest im A2-freundlichen Mittelgewichtsbereich. Zero sagt außerdem, dass das Fahrrad so konfiguriert werden kann, dass es in weniger als einer Stunde von 0 auf 80 Prozent aufgeladen werden kann, was nach wie vor eines der größten Schlachtfelder für Elektromotorräder ist, die versuchen, langjährige Benzinmotorradfahrer für sich zu gewinnen.

Optisch wirkt der Lompico wie eine Abkehr vom eher zweckmäßigen Stil, auf den sich Zero traditionell stützte. Die kantige Karosserie, das schwebende Heck und die aggressive LED-Beleuchtungssignatur lassen es viel mehr wie ein futuristisches Konzeptbike aussehen als einige der früheren Serienmodelle des Unternehmens – die größtenteils das Design und Design der konkurrierenden benzinbetriebenen Motorräder widerspiegeln.
Laut Pierre-Martin Bos, CEO von Zero, soll das Fahrrad „die Grenzen der Innovation überschreiten“ und gleichzeitig Fahrer dazu ermutigen, neu darüber nachzudenken, was ein elektrisches Motorrad sein kann.
Zero-CEO Pierre-Martin Bos
„Lompico ist unsere Einladung, neu zu überdenken, was ein Elektromotorrad sein kann. Indem wir Gespräche anregen und Grenzen verschieben, bringen wir nicht nur ein neues Produkt auf den Markt – wir gehen neue Maßstäbe bei der Innovation.“
Wichtig ist jedoch, dass Zero den Lompico auch als Teil seiner umfassenderen „All-Access“-Initiative anpreist, bei der es sich im Wesentlichen um eine Hinwendung zu kleineren, günstigeren Elektromotorrädern handelt, anstatt sich nur auf die schwerer zu verkaufenden Premium-Flaggschiffmodelle zu konzentrieren. Das könnte der wichtigste Teil der Ankündigung sein, insbesondere da der Elektromotorradsektor weiterhin mit hohen Preisen und einer begrenzten Akzeptanz im Mainstream zu kämpfen hat.

Auch der Zeitpunkt ist interessant. Zero hat sich in den letzten Jahren intensiver mit softwaregesteuerten Besitzfunktionen und Connected-Bike-Technologie beschäftigt, was bei den Fahrern nicht immer besonders gut ankam. Frühere Freischaltsysteme im Abonnementstil stießen online auf heftige Kritik, wobei einige Besitzer unzufrieden damit waren, dass Funktionen hinter Paywalls verborgen waren.
Während es sich beim Lompico also technisch gesehen „nur“ um ein Konzept handelt, fühlt es sich eher so an, als würde Zero versuchen, die Diskussion darüber, was seine zukünftigen Fahrräder sein werden, neu zu starten – leichter, vernetzter, schneller aufladbar und, was für die Branche als Ganzes entscheidend ist, möglicherweise erschwinglicher.
Ob die Fahrer bereit sind, diese Zukunft anzunehmen, ist eine ganz andere Frage.