Elektromotorräder mögen bei Offroad-Fans und einigen Herstellern große Aufmerksamkeit erregen, doch eine neue Umfrage zeigt, dass die britischen Motorradfahrer noch lange nicht überzeugt sind.
Die von der Warranty Solutions Group (WSG) durchgeführte Studie ergab, dass 81 Prozent der Fahrer derzeit nicht in Betracht ziehen würden, ihr benzinbetriebenes Motorrad gegen ein Elektromotorrad einzutauschen. Die Daten zeigen, dass nur 17 Prozent erklärten, sie wären bereit, den Wechsel vorzunehmen.
Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der immer mehr Hersteller stark in elektrische Zweiräder investieren. Allerdings scheinen Bedenken hinsichtlich der Reichweite, der Ladeinfrastruktur und des Kaufpreises im Verhältnis zum Wiederverkaufswert viele Fahrer fest im Lager der Verbrennungsmotoren zu halten.
Doch während die Debatte zwischen Elektro- und Benzinmotoren verständlicherweise für Schlagzeilen sorgt, wirft die Umfrage in gewisser Weise auch ein Schlaglicht auf ein umfassenderes Problem, mit dem die Branche konfrontiert ist: Erschwinglichkeit.
Auf die Frage nach dem größten finanziellen Druck, der mit dem Besitz eines Motorrads einhergeht, nannten 38 Prozent der Fahrer die Versicherungskosten als ihre größte Sorge. Wartungs- und Reparaturrechnungen folgten mit 23 Prozent, während 18 Prozent die Kosten für Reitausrüstung und Sicherheitsausrüstung hervorhoben.

Diese steigenden Kosten werden auch als Hindernis dafür angesehen, frisches Blut für den Motorradsport zu gewinnen. Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) gaben an, dass hohe Kosten wahrscheinlich der größte Faktor seien, der Neueinsteiger davon abhält, auf das Zweirad umzusteigen. Lizenzanforderungen und Sicherheitsbedenken blieben mit 18 bzw. 17 Prozent zurück.
Es gibt auch Befürchtungen, dass die nächste Generation weniger geneigt sein könnte, überhaupt ein Bein über ein Motorrad zu werfen. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) glaubt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass jüngere Menschen jetzt mit dem Fahrradfahren beginnen, geringer ist, da die Erschwinglichkeit wieder zu einem zentralen Anliegen wird.

Die Umfrage ergab auch Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit: Fast die Hälfte der Fahrer gaben an, dass ein mangelndes Bewusstsein der Fahrer für Motorräder weiterhin die größte Gefahr für sie auf britischen Straßen darstellt. Eine beträchtliche Zahl von Personen gab an, im vergangenen Jahr entweder einen Beinaheunfall oder eine Kollision erlebt zu haben.
Simon Drown, Leiter für Spezialprodukte und Motorräder bei WSG, sagte, die Ergebnisse zeigten, dass Fahrer sich zunehmend auf die praktischen Realitäten des Motorradbesitzes konzentrieren und nicht auf die vielen positiven Vorteile des Motorradbesitzes.
„Motorradfahren wurde schon immer von Leidenschaft, Freiheit und dem Fahrerlebnis angetrieben, daher ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass viele Fahrer beim Umstieg auf Elektromotorräder vorsichtig bleiben.“
„Diese Umfrage zeigt, dass Hersteller und die gesamte Industrie noch viel zu tun haben, um Fahrer davon zu überzeugen, dass Elektromotorräder die gleiche Praktikabilität, Spannung und das gleiche Fahrvertrauen bieten können wie herkömmliche benzinbetriebene Motorräder.“
Stefan Choma, Director of Operations bei SuperBike Factory, teilte diese Meinung und stellte fest, dass Fahrer zunehmend die langfristigen Betriebskosten abwägen, bevor sie Kaufentscheidungen treffen.
„Der Gebrauchtmotorradmarkt entwickelt sich weiterhin stark, weil Fahrer wohlüberlegte Kaufentscheidungen auf der Grundlage realer Besitzererfahrungen treffen“, sagte er.
„Obwohl Elektromotorräder zweifellos eine Rolle in der Zukunft der Branche spielen werden, investieren die Fahrer von heute weiterhin stark in traditionelle Motorräder und wollen darauf vertrauen, dass jede Alternative ihre Bedürfnisse sowohl auf der Straße als auch abseits der Straße wirklich erfüllen kann.“
Zusammenfassend zeichnen die Ergebnisse ein Bild eines Motorradmarktes, in dem die Begeisterung für das Motorradfahren nach wie vor groß ist, in dem jedoch das Budget der Haushalte, die Betriebskosten und das Preis-Leistungs-Verhältnis zunehmend die Entscheidungen der Fahrer beeinflussen. Zumindest im Moment scheinen sich die meisten Biker lieber für eine bewährtere und preisgünstigere Alternative zum Batteriebetrieb zu entscheiden.