Die KTM AG hat in einer Stellungnahme Medienvorwürfe zurückgewiesen, sie würden illegale Motorräder auf den Markt bringen.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen die Enduro-Motorräder der Marke und insbesondere die Homologation, die Einhaltung der Emissionsvorschriften und die Umrüstung auf wettbewerbstaugliche Maschinen nach dem Verkauf.
KTM weist in seiner Stellungnahme jegliches Fehlverhalten zurück und erklärt, seine Motorräder würden „ausschließlich in Übereinstimmung mit den geltenden europäischen Vorschriften“ verkauft.
Berichten zufolge deuten die Vorwürfe darauf hin, dass die straßenzugelassenen Enduro-Modelle des österreichischen Unternehmens für den wettbewerbsorientierten Einsatz freigegeben werden, wenn sie in Ausstellungsräumen und auf der Straße landen.
KTM behauptet jedoch, dass dies ein völliges Missverständnis sei und dass alle Enduro-Modelle in einem homologierten Zustand ausgeliefert würden, der es erlaube, auf der Straße gefahren zu werden. Erst auf Kundenwunsch werden diese straßenzugelassenen Maschinen dann von Vertragshändlern zu wettkampf- und geländetauglichen Motorrädern umgebaut.
In der Stellungnahme der KTM AG hieß es:
„Die KTM AG weist die in jüngsten Medienberichten erhobenen Vorwürfe, dass KTM illegale Motorräder auf den Markt bringt, entschieden zurück. Die KTM-Gruppe vertreibt ihre Motorräder ausschließlich unter Einhaltung der geltenden europäischen Vorschriften.“
„Der Berichterstattung liegt ein grundlegendes Missverständnis zugrunde: Im Kern handelt es sich bei Enduro-Modellen um Sportmaschinen, die im homologierten Auslieferungszustand auch auf öffentlichen Straßen gefahren werden dürfen. Diese Dual-Use-Fähigkeit ist gewollt, notwendig und branchenweit Standard: Damit Enduro-Maschinen an offiziellen Wettbewerben teilnehmen können, müssen sie gemäß den Vorschriften der International Motorcycling Federation (FIM) in homologiertem Zustand ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich weder um eine KTM-spezifische Praxis noch um ein Vorgehen, das KTM ungebührlich einbringen würde.“ Alle Enduro-Modelle der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS verlassen unser Werk ausschließlich in straßenzugelassenem, homologiertem Zustand.
„Auf Wunsch des Kunden können diese Maschinen nach dem Kauf vom Vertragshändler für den Wettbewerbs- und Offroad-Einsatz konfiguriert werden. Käufer unserer Enduro-Maschinen werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit der Umrüstung für den Wettbewerbseinsatz die Straßenzulassung erlischt und das Fahrzeug nicht mehr auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden darf.“
„Die in Europa verkauften Enduro-Modelle machen etwa 3 % des weltweiten Umsatzes von KTM aus.
„Auch die in den Gutachten aufgeworfenen Emissionsthemen rechtfertigen eine objektive Bewertung: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind Motorräder für etwa 0,3 % des gesamten CO₂-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Enduro-Wettbewerbsmodelle machen nur einen kleinen Bruchteil davon aus. Ihre jährliche Fahrleistung liegt um ein Vielfaches unter der von Straßenmotorrädern, da sie nur wenige Stunden pro Jahr im Sport- und Trainingsbereich eingesetzt werden.“

Die Erklärung ist der jüngste Versuch von KTM, eine klare Grenze zwischen Straßenzulassung und Wettbewerbsnutzung zu ziehen. Das Unternehmen argumentiert, dass der in Frage gestellte Prozess gängige Praxis im gesamten Enduro-Sektor sei und nicht etwas Einzigartiges der österreichischen Marke. Es bleibt abzuwarten, ob diese Erklärung die Aufsichtsbehörden und Kritiker zufriedenstellt. KTM möchte jedoch offenbar betonen, dass wettbewerbsorientierte Änderungen erst nach dem Kauf vorgenommen werden und der Kunde vollständig darüber informiert wird, dass das Motorrad nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen ist.