Während die Automobilindustrie, wie manche blind sagen würden, auf die Autonomie der Fahrzeuge zusteuert, bleibt die Motorradwelt glücklicherweise etwas hartnäckiger.
Eine dieser Marken, die ihr Bestes gibt, ist Ducati. Im Gespräch mit Business Insider machte der nordamerikanische Chef von Ducati, Jason Chinnock, deutlich, dass er hofft, dass Fahrräder niemals den gleichen Weg gehen werden wie selbstfahrende Autos.
„Ich hoffe, der Tag wird nie kommen“, sagte er und argumentierte, dass die Entfernung der Fahrereingaben das eigentliche Wesen des Motorradfahrens zerstören würde. Seiner Ansicht nach würde ein Motorrad, das selbst steuert, „den gesamten Sinn des Motorradfahrens wegnehmen.“ Und dem können wir nicht widersprechen.
Es ist eine pointierte Haltung in einer Zeit, in der Autonomie auf vier Rädern rasch zur Normalität wird. Robotaxi-Flotten von Waymo und Tesla sind bereits in Teilen Kaliforniens im Einsatz, und die britische Regierung hat auch grünes Licht für selbstfahrende Versuche auf britischen Straßen gegeben. Befürworter des autonomen Fahrens versprechen, dass der Transport sicher, reibungslos und weitgehend selbsterklärend sei. Bei Mobilität, wie sie im Technologiesektor definiert wird, geht es um die reibungslose Fortbewegung von A nach B.
Aber das, sagt Chinnock, ist nicht das, was Ducati baut.
„Wir bauen keine Mobilität. Wir bauen Motorräder. Wir bauen etwas zur Freude und zum Spaß“, sagte er gegenüber Business Insider. Wenn Fahrer sich einfach nur einen mühelosen Transport wünschen, so schlug er vor, gebe es einfachere Möglichkeiten, dies zu erreichen, als ein Bein über ein Motorrad zu werfen.

Ducati wurde 1926 in Bologna gegründet und ist heute Teil des riesigen Volkswagen-Konzerns. Im Jahr 2024 wurden weltweit rund 55.000 Fahrräder transportiert und ein Umsatz von rund 1 Milliarde Euro generiert. Ducatis Haltung zur Welt des autonomen Fahrens oder der Selbstbalancierung, wie man es in der Fahrradwelt nennen würde, ist genau das Gegenteil von der von VW, denn zahlreiche Modelle aus der Produktpalette des deutschen Riesen bieten irgendeine Form halbautomatischer Assistenz – sei es Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat oder Parkassistent.
Das heißt nicht, dass Ducati gegen den Einbau von Technologie in seine Motorräder ist – ganz im Gegenteil. Moderne Ducatis strotzen vor Elektronik wie Kurven-ABS, mehrstufiger Traktionskontrolle, Fahrmodi und adaptiver Geschwindigkeitsregelung, die mittlerweile nicht nur bei Ducatis, sondern in der gesamten Branche alltäglich sind. Der Unterschied besteht laut Chinnock darin, dass diese Systeme dazu da sind, die Sicherheit zu erhöhen und das Erlebnis zu verbessern, und nicht den Fahrer vollständig ersetzen.