Pierer Mobility AG (PMG) – die Muttergesellschaft hinter KTM, Husqvarna und GASGAS – steht vor einem großen Identitätswechsel, da sie sich auf die Namensänderung in Bajaj Mobility AG vorbereitet.
Ja, das hast du richtig gelesen. Das Unternehmen, das seit langem stolz auf seine österreichische Ingenieurskunst und sein langjähriges Rennsport-Erbe ist, steht kurz davor, ein indisches Abzeichen zu tragen.
Die Ankündigung erfolgt im Rahmen der Vorbereitungen für eine außerordentliche Hauptversammlung, die für den 19. November 2025 geplant ist. Auf der Tagesordnung steht eine formelle Abstimmung über die Umbenennung des Unternehmens, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung gemäß den EU-Vorschriften (insbesondere der Verordnung 2022/2560 für diejenigen, die mitzählen). Die Änderung wird nur dann umgesetzt, wenn die vollständige Übernahme von PMG durch Bajaj nicht von den Aufsichtsbehörden blockiert wird.
Zum Vergleich: Bajaj ist seit Jahren ein wichtiger Anteilseigner und strategischer Partner der PIERER Mobility Group und unterstützt KTM bei der Ausweitung der Produktion und der Erschließung neuer Märkte. Aber dieser Schritt markiert etwas viel Tieferes – einen völligen Wechsel der Kontrolle und, vielleicht symbolischer, der Identität.
Die Pierer-Ära von PMG scheint zu Ende zu gehen.
Parallel dazu wird es im Aufsichtsrat eine große Umstrukturierung geben. Von den von Stefan Pierer nominierten Mitgliedern wird erwartet, dass sie von ihren Ämtern zurücktreten. Die Neuwahl erfolgt, sobald Bajajs Kontrolle bestätigt ist. Die vollständigen Einzelheiten der Versammlung und die vorgeschlagenen Beschlüsse werden am 29. Oktober 2025 auf der Website des Unternehmens veröffentlicht.
Aus Pierer Mobility AG wird Bajaj Mobility AG
Für KTM-Fans ist es schwer, dies nicht als das Ende einer Ära zu betrachten. Stefan Pierer ist ein Synonym für das aggressive Wachstum der Marke, ihre Dominanz im Rennsport und ihre mutige Expansion in Europa, Asien und darüber hinaus. Zu sehen, wie sich das Unternehmen, das seinen Namen trägt, darauf vorbereitet, Bajaj Mobility AG zu werden – das wird wahrscheinlich weh tun. Für viele ist auch das beschleunigte Wachstum von PMG und KTM der Kern des Problems.
Und doch ist es aus globaler Geschäftssicht ein logischer Schritt. Bajaj war maßgeblich an der Erfolgsgeschichte des Unternehmens beteiligt und durch die Partnerschaft ist eine der stärksten Motorradallianzen der Welt entstanden.
Dennoch könnte es für Herrn Pierer – einen Mann, der seinen Ruf auf österreichischer Unabhängigkeit und Ingenieursstolz aufgebaut hat – das härteste Rennen sein, das er jemals verloren hat, zuzusehen, wie sein Imperium einen neuen Namen annimmt.