Motorradfahren mag noch immer als persönliche Fortbewegungsmittel oder als Maschine zur Suche nach Nervenkitzel verkauft werden, aber neue Daten deuten darauf hin, dass viele Fahrer darin etwas sehen, das eher einer Zweirad-Therapie mit zusätzlichen Vorteilen ähnelt.
Eine vom Versicherer Carole Nash in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass 88 Prozent der Motorradfahrer davon überzeugt sind, dass das Fahren ihrer geistigen Gesundheit zugute kommt, wobei die Mehrheit weniger Stress, eine bessere Stimmung und geistige Klarheit als wichtigste Ergebnisse angibt. Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Mental Health Awareness Week (11. bis 17. Mai) das Wohlbefinden im gesamten Vereinigten Königreich ins Rampenlicht rückt.
Bei näherer Betrachtung der Zahlen gaben 37 Prozent der Motorradfahrer an, dass sie sich beim Motorradfahren ruhiger fühlen, während 31 Prozent sagten, es helfe ihnen, den Kopf von Sorgen zu befreien. Weitere 20 Prozent gaben an, dass Reiten ihren Stresspegel aktiv reduziert, was die Vorstellung bestärkt, dass die Zeit im Sattel einen mentalen Neustart bewirkt, der anderswo nur schwer zu reproduzieren ist.
Mark Purnell aus Pontypridd, der 26 Motorräder besaß, beschrieb das Fahren als eine Möglichkeit, den Alltagslärm auszublenden. „Man kann den Kopf von den alltäglichen Dingen befreien und sich entspannen“, sagte er und fügte hinzu, dass er sich schon nach einer kurzen Fahrt „wie ein ganz anderer Mensch fühlen kann“.

Andere verwiesen auf die sensorische Seite des Reitens. Nigel Shields aus Schottland betonte den Kontrast zu Autos und sagte, Motorradfahren ermögliche es den Fahrern, „die Landschaft zu riechen, zu fühlen und jede Sensation zu erleben“.
Dieses Gefühl der Erleichterung wurde von Adam Wills in Dorset bestätigt, der das Fahren seiner Triumph Bonneville als „die beste Therapie“ bezeichnete, während Jay Wild aus Kent sagte, es helfe, nach schwierigen Tagen „die Spinnweben wegzublasen“.
Daniel Nield von Carole Nash sagte, dass die Vorteile über den Einzelnen hinausgehen und verwies auf die breitere Biker-Gemeinschaft. Er stellte fest, dass Radfahren Isolation und Stress lindern kann, da Fahrradtreffen, Online-Gruppen und gemeinsame Routen zu einem Gefühl der Verbundenheit beitragen.
Nield sagte:
„Ob es um die Freiheit auf offener Straße oder um die Bindung zwischen Bikern geht, Radfahren kann eine wichtige Rolle bei der Linderung von Isolations- und Stressgefühlen spielen. Wir möchten die positiven Auswirkungen hervorheben, die Radfahren auf die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden haben kann.“
Zusammengenommen deuten die Daten und Fahreraussagen darauf hin, dass das Motorradfahren weit mehr bietet als Nur eine Flucht aus dem Alltagstrott. Für viele wird es zu einem praktischen Hilfsmittel zur Bewältigung des modernen Stresses.